Die 12. IAAF-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin hatten einen Superstar, deutsche Überraschungssieger und einen unerwarteten Star. Der jamaikanische Sprinter Usain Bolt sorgte für einen sporthistorischen Moment, indem er die 100 Meter in kaum für möglich gehaltene 9,58 Sekunden herunter donnerte und hier ebenso wie über die 200 Meter (19,19 s) den bestehenden Weltrekord förmlich zerpulverte. Am vorletzten Wettkampftag gewann er dann auch noch mit der jamaikanischen 4×100-Meter-Staffel seine dritte Goldmedaille und ließ die US-Sprintergarde ratlos zurück. Die deutsche Mannschaft machte ihr schlechtes Abschneiden von den Olympischen Spielen in Peking vergessen und gewann insgesamt neun Medaillen (2/3/4). Dabei ließ sich von ihrem Heimpublikum und der stimmungsvollen Atmosphäre im Berliner Olympiastadion förmlich anstecken. Erst im letzten Versuch konnte der Berliner Diskuswerfer Robert Harting den lange führenden Polen Piotr Malachowski (69,15 m) mit einem Wurf auf 69,43 Meter abfangen und brachte das Stadion zum Brodeln. Speerwerferin Steffi Nerius machte es genau umgekehrt und schockte die Konkurrenz im ersten Versuch mit 67,30 Meter gleichbedeutend mit ihrem ersten WM-Gold bei ihrem letzten internationelen Einsatz. Groß heraus kam auch das WM-Maskottchen “Berlino”, das mit passenden und witzigen Showeinlagen schnell die Herzen der Zuschauer erobern konnte.
Fotos: copyright Dirk Gantenberg